Mo 03.04.2017 – Jack Grelle (USA)

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Von wegen nur New York, Nashville und Los Angeles. Auch im amerikanischen Heartland gibt es richtige
Hot-Spots für Folk, Rock und Country. Hierbei tut sich immer mehr St. Louis, Missouri, hervor. Die dortige
vielfältige Szene hat neben dem „Hans Dampf in allen Gassen“ Pokey LaFarge nun mit Jack Grelle die
zweite Galionsfigur hervorgebracht. Sein neues Album Got Dressed Up To Be Let Down ist aus mehreren
Gründen großartig geraten.
Da es sich hier um Musik handelt, fangen wir auch mit ihr an. Grelle gelingt hier eine schmissige Mischung
aus Honky-Tonk, Balladen, Folk-Rock, Tejano und Cajun. Er kann Melodien und Refrains schreiben, die im
Ohr bleiben. So ist sein neues Album ein kurzweiliges, mitreißendes Vergnügen.
Doch das wirklich überraschende sind seine Texte. Der Sänger und Songwriter aus St. Louis beschäftigt
sich mit gesellschaftlichen Themen, die sonst in der Countrymusik eher ausgeblendet werden. So ist der
Titelsong ein leidenschaftliches Statement gegen die gesellschaftliche Benachteiligung und Diskriminierung
von Frauen. „Changes Never Made“ wiederum richtet sich voller Sympathie an die Afroamerikanische
Community. Bei all den Morden an Schwarzen in letzter Zeit kann man sich schon fragen, wieviel sich seit
Bürgerkrieg, Sklavenbefreiung und der Bürgerrechtsbewegung wirklich verändert hat.
Doch Grelle singt keine „Fingerpointing Songs“, sondern erzählt Geschichten aus dem wahren Leben mit
einer klaren Haltung, die man in der Countryszene leider viel zu oft vermisst. Damit sowie mit seiner
Mischung aus Texten und Dramaturgie seiner Songs und seinem musikalischen Talent bildet Grelle eine
Ausnahmeerscheinung in der aktuellen Country und Americana-Szene.
Dass seine Musik und deren Botschaften gut ankommt, ist ihm gerade wieder einmal bewiesen worden.
Ende November bekam er für sein 2014er Album „Steering Me Away“ die Auszeichnung für das beste
Country Album bei den Independent Music Awards.
Fazit: Eine absolute Entdeckung. So sollte Country und Americana heute sein. Musikalisch packend, mit
klarer gesellschaftlicher Haltung, ohne belehrend sein zu wollen. Prädikat: Shooting Star!