Monatg - 09.05.2026
Künstler: präsentiert von Sparkasse in concert & Nordwestradio
Beginn: 20:00 Uhr
Eintritt: 10€
Ist er altersmilde geworden? Alles halb so wild. Wenn der Kinkster, wie ihn seine Fans nennen, auf dem jüngsten Album mit Willie Nelson duettiert, Songs von Merle Haggard, Johnny Cash und Bob Dylan singt und das klassische „Wand’rin Star“ croont, hat er nicht gleich den berüchtigten Biss verloren. „The Loneliest Man I Ever Met“ mag hier und da nach gemütlichem, wenn auch kargem Country klingen. Doch Kinky Friedman, der Texaner mit den vielen Talenten, hat den Whiskey, die dicken Zigarren und die scharfe Barbecue-Sauce nicht gegen Limo, Drops und Knäckebrot eingetauscht. Der Mann ist und bleibt ein knorriges Original – eine der markantesten, scharfzüngigsten, unterhaltsamsten Persönlichkeiten des Staates Texas. Runde zehn Jahre ist es inzwischen her, dass er um den Posten des Gouverneurs ins Rennen ging – und ein mehr als achtbares Ergebnis erzielte. Dabei gilt er mitnichten als Mann, der sich um „political correctness“ schert. Im Gegenteil. Fröhlicher Sarkasmus und genüßlich platzierte Provokationen ziehen sich durch sein Schaffen, allemal das musikalische. Nicht vergessen darf man dabei den Autoren Kinky Friedman. Einen dicken Stapel Romane hat er im Laufe der Jahrzehnte verfasst. Die meisten drehen sich um die Ermittlungen eines New Yorker Detektivs namens Kinky Friedman, der nicht nur ein Held der ausgesprochen schrägen Sorte ist, sondern auch ein mit allen Wassern gewaschener Alltagsphilosoph.
Richard „Kinky“ Friedman war als Kind mit seiner Familie nach Texas gekommen. Seine erste Band gründete er während des Psychologie-Studiums an der Universität von Austin. Einen Namen machte er sich – in doppelter Hinsicht – mit „Kinky Friedman & His Texas Jewboys“. 1973 erschien das erste Album „Sold American“. Von jeher nahm er kein Blatt vor den Mund, spielte mit seiner jüdischen Herkunft und nahm den Konservativismus der traditionellen Country-Szene aufs Korn. 1976 lud ihn Bob Dylan in seine Rolling Thunder-Revue ein. Vor einigen Jahren widmete man dem Kinkster eine CD-Hommage – beteiligt waren neben Willie Nelson auch Kollegen wie Lyle Lovett und Tom Waits. Im Moments wird der „Texas Jewboy“ singen (begleitet von Joe Cirotti) und erzählen. Support: Country-Songwriter Brian Molnar, auch Produzent des jüngsten Friedman-Albums.