Rafael Cortés - "blanco y negro"
| Beginn: | 06.05.2026 - 20:00 |
| Einlass: | 19:00 |
| Eintritt: | 20€/15€ (Abendkasse) |
Musiker oder Bandit? Das wird aus einem, der zur Wintersonnenwende geboren wird, so will es ein spanisches Sprichwort. Und als ob das Leben dieses Kapitel selbst geschrieben hat, ist just am 21. Dezember auch der große Paco de Lucia geboren, der im Februar 2014 verstarb. Rafael Cortés hat sich umgehend in sein Studio begeben um seinem großen Vorbild die CD blanco y negro zu widmen.
Tief verwurzelt in der Gitano-Kultur ist Rafael Cortés durch seinen aus Granada stammenden Vater. Und auch wenn er als Sohn von Migranten in Essen aufwächst, erhält er durch häufige Aufenthalte in Andalusien musikalische Infos aus erster Hand. Schließlich existiert gerade in Granada eine äußerst lebendige Form oraler Tradition des Flamenco. Der junge Rafael schult sich bei lokalen Gitarristen, aber auch an der Spielweise von Paco de Lucia, begeistert sich für dessen Durchbrechen des Herkömmlichen und bekennt: „Seit ich Paco entdeckt habe, bin ich ein Neugieriger geblieben." Mit 14 entlässt ihn ein Lehrer bereits aus dem Unterricht, da er ihm nichts mehr beibringen kann, denn da hat das Naturtalent längst Klassik, Jazz und Latin-Einflüsse in sein Spiel integriert.
Seit Mitte der Achtziger ist sein künstlerischer Output zu einem beachtlichen Werk angewachsen: Fünf Alben unter eigenem Namen, Filmmusik, Teamworks mit Popstars wie der Spanierin Rosa oder El Cigala, Maria Serrano und Carles Benavent, schließlich ein Aufeinandertreffen mit dem Idol Paco de Lucia bei den Leverkusener Jazztagen. Seine Konzerte werden europaweit mit standing ovations gefeiert. In den letzten Jahren ging für Rafael Cortés ein Traum in Erfüllung: Der Bau eines eigenen Studios. Die Ruhe und künstlerische Freiheit, die er daraus schöpfen kann, ließ sich schon auf dem Album „Parando El Tiempo" spüren. Nach dem Folgealbum Cagiñi legt der Ausnahmegitarrist nun mit dem Album blanco y negro nach wiederum mit einem Werk, das Enthusiasmus, Entspanntheit, Souveränität und vor allem große Gefühle ausstrahlt.
Und wieder geleitet uns der Gitarrenmeister durch all die verspielten Formen des Flamenco, die da wie der Titel der Produktion suggeriert von der Klarheit des Lichts bis hin zur Trauer reicht. Das ganze emotionale Spektrum findet sich auf den 8 Titeln der CD. Und erneut hat Rafael Cortés die Titel selbst komponiert, dies in Gedenken an Paco de Lucia, den Grenzgänger des Flamenco, den größten Gitarristen seines LandeRafael Cortés greift tief in die südspanische Schatzkiste der reichen Formensprache des Gitano Erbes: ob eine Buleria, Guajira, Fandango, Rumba, Bolero oder Soléa, - Rafael Cortés haucht der Musik ein eigenes Leben ein. Rasante Tempiwechsel und versunkene melancholische Momente prägen dieses immens abwechslungsreiche Album.
Mit „blanco y negro" ist Rafael Cortés eine in sich schlüssige Hommage an das Schaffen von Paco de Lucia gelungen: Andalusisches Feuer gepaart mit freigeistiger Lust - und in jeder Note voll seelenvoller Empfindung. Eine Widmung an den MAESTRO de los maestros - schöner kann man es nicht ausdrücken. Eine tiefe musikalische Verbeugung.
Als Vorprogramm spielt der Bremer Gitarrist David Niedermayer ein kurzes Set. www.davidniedermayer.de











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